Sinal ist ein Messenger mit verschlüsselter Kommunikation. Die Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und der Datenverbrauch für den Endkunden ist geringer als bei vergleichbaren Programmen.

Signal – Der Messenger-Liebling von Elon Musk

Der freie Messenger Signal hat kürzlich viel Aufmerksamkeit bekommen, als der Tesla CEO Elon Musk über ihn twitterte.

Doch was ist Sinal?

Sinal ist ein Messenger mit verschlüsselter Kommunikation. Die Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und der Datenverbrauch für den Endkunden ist geringer als bei vergleichbaren Programmen. Er wird deshalb vielfach von Datenschützern und Sicherheitsexperten empfohlen. Die App ist sowohl für Android als auch für Apple-Geräte verfügbar. Daneben gibt es auch PC-Versionen für Windows und Mac. Eine Web-Anwendung gibt es allerdings noch nicht.

Verschlüsselung

Die App verschlüssselt alle Unterhaltungen unter ihren Nutzern. Via Signal können – ähnlich wie bei Whatsapp – Texte, Dokumente, Videos, Fotos oder auch Kontakte versendet werden. Es gibt Gruppenchats und auch Einzelchats. Ende zu Ende bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der App Publisher keinen Zugang zu den Inhalten hat, ausschließlich der Sender und der Empfänger können die unverschlüsselten Daten abrufen. Signal zeichnet sich weiter durch die Perfect Forward Secrecy aus. Dies meint, dass, auch wenn der eigene geheime Langzeitschlüssel bekannt geworden ist, vergangene Inhalte nicht nachträglich entschlüsselt werden können.

Authentifizieren muss man sich mittels Fingerabdruck, sodass der Gesprächspartner weiß, dass die richtige Person am anderen Ende der Leitung ist.
Eine weitere Schwachstelle anderer Nachrichtendienste sind die Datenablage auf den Servern. Doch auf den Signal Servern werden keine Daten in Klartext abgelegt. Kontoeinstellugnen und Kontakte sind somit nur sichtbar, wenn man den dazugehörigen PIN hat, den nur der Anwender selber kennt.

Finanzierung

Finanziert wird die App vor allem durch private Spender über die Foundation Freedom of the press. Auch die Knight Foundation und die Shuttleworth Foundation sind als große Spender bekannt. Der Signal-Entwickler Moxie Marlinspike bekam Geld für seine Arbeit an der App aus dem Open Technology Fund. Dieser hat bereits in der Vergangenheit ähnliche Projekte wie Tor oder Cryptocat unterstützt. Sogar der Whatsapp-Grunder Brian Acton ist als Spender aktiv. Er gründete 2018 die Signal Foundation und spendete fünfzig Millionen Dollar. Dies war die größte Investition und war zur Qualitätsverbesserung der Sprachnachrichten eingesetzt worden.

Benutzerzahlen

Im Januar 2021 waren rund vierzig Millionen Nutzer aktiv. Durch einen Tweet des Tesla CEOs Elon Musk kamen in der ersten Kalenderwoche 2021 rund 7,5 Millionen neue Installationen hinzu. Aber auch die bevorstehenden Änderungen der Richtlinien bezogen auf den Datenschutz bei dem Konkurrenten Whatsapp wird hier wohl unterstützend gewesen sein.

Geschichte

Die Wurzeln der App liegen in der Firma Whisper Systems. Diese wurde 2010 von dem Forscher Moxie Marlinspike und dem Ingenieur Stuat Andersen gegründet. Sie veröffentlichten die Applikation RedPhone, die es ermöglicht, verschlüsselt zu telefonieren. Vor allem während des arabischen Frühlings spielte die Firma beziehungsweise ihre Applikation eine wichtige Rolle. 2011 wurde die Firma dann von Twitter gekauft. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben. RedPhone wurde nicht weiter verkauft, sondern als Software kostenlos und frei veröffentlicht.

2014 lobte Edward Snowden die App für ihre einfache und effektive Benutzbarkeit.

2015 kam schließlich der heute bekannte Name Signal hinzu. Die Firma wurde umbenannt und es ist bis heute bei diesem Namen geblieben. Auch in der europäischen Politik wurde der Messenger bereits heiß diskutiert. Im Oktober 2019 wurde bekanntgegeben, dass einige Parlamentarier die App nutzten. Dies wurde nicht erlaubt, da Signal nicht zu der Standardsoftware gehöre. Man verwies auf die Verwendung von Whatsapp. Beschwerden waren die Folge, mittlerweile ist Signal zugelassen. Außerdem empfiehlt seit dem Februar 2020 die Kommission den eigenen Mitarbeitern sogar, Signal als Messenger-App anzuwenden.

Im Juli 2020 wurde Signal über hunderttausend Mal heruntergeladen. Dies hing mit den Ereignissen um die Tötung George Floyds zusammen. Durch die Änderungen der Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen von Whatsapp kam es zu einem weiteren enormen Anstieg, der in den Tweets von Elon Musk, dem Telsa CEO, gipfelte. Dies erklärt den aktuellen Hype um den Messenger und seine Beliebtheit. Die Daten sind sicher und bleiben verschlüsselt im Besitz des Nutzers ohne Mittelsmann oder Firmeninteressen.